
"Lied für Gailana" Im düstern Saal zu Würzburgs Stein, da floss der Met im Fackelschein, Herzog Gosbert ritt stolz durchs Land, mit Gailana Hand in Hand. Die Spielleut sangen laut zur Nacht, von alter Götter wilder Macht, vom Rabenflug und Schildes Klang, vom Feuerlicht und Hörnerdrang. Doch fern aus Irland kam ein Mann, Sankt Kilian hieß der fromme Bann, er sprach vom Kreuz, vom neuen Licht, doch Gailanas Herz erzittert nicht. Sie trug noch stolz den alten Schwur, den Waldgeist tief in ihrer Spur, und als der Herzog ziehen musst’, wuchs finstre Glut in ihrer Brust. Hei-ja-hei, Gailana singt, wenn der Winterwind erklingt! Hei-ja-ho, der Becher kreist, durch die Nacht der alte Geist! Tamburin und Saitenspiel, Falkenruf am Burghang viel, Gailana, Herrin stolz und frei, ihr Name hallt in Frankens Mai! Die Knechte schlichen leis’ bei Nacht, durch kalten Tau zur Bischofswacht, der Mond verbarg sein bleiches Licht, als Stahl den stillen Schlaf zerbricht. Da schwieg die Glocke, stumm der Chor, nur Sturm fuhr heulend durchs Tor, und tief im Maintal sprach man bang: „Der Fluch zieht durch den Burgengang.“ Doch noch heut’ am Feuerkreis klingt ihr Name kühn und heiß, die Spielleut schlagen laut die Sait’, erzählen von vergangner Zeit. Von Herzogsmacht und Heidenmut, von Frankenwein und Kriegerblut, und wenn der letzte Becher kracht, tanzt Gailanas Schatten durch die Nacht. Hei-ja-hei, Gailana singt, wenn der Winterwind erklingt! Hei-ja-ho, der Becher kreist, durch die Nacht der alte Geist! Tamburin und Saitenspiel, Falkenruf am Burghang viel, Gailana, Herrin stolz und frei, ihr Name hallt in Frankens Mai!
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Wer war Gailana? Wikipedia.de: Gailana
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